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    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2024
    Dieser kommentierte Tabellenband setzt die jährliche Analyse von Daten fort, die sich auf Klienten*innen mit einer Glücksspielproblematik sowie ihre Angehörigen aus der ambulanten Suchtberatung im Bundesland Niedersachsen bezieht. Grundlage sind das Beratungsjahr 2024 und die standardisierten Angaben von Berater*innen an 24 Standorten des regionalen ambulanten Glücksspielsuchthilfesystems in Niedersachsen. Nach Datenbereinigung fanden insgesamt 876 Fälle bei den statistischen Analysen Berücksichtigung. Hierzu zählen 725 Problemspieler*innen (83%) und 151 Angehörige (17%). Für das Beratungsjahr 2024 lassen sich unter anderem folgende Hauptbefunde zusammenfassen: (1) Knapp 60% der Problemspieler*innen wurden über eine Internetsuche auf das Hilfeangebot aufmerksam. (2) Knapp 50% der Problemspieler*innen benannten Internetglücksspiele (Automatenspiele, Sportwetten, Poker, Casinospiele) als problemverursachende Glücksspielform. (3) Das mittlere Erstkontaktalter betrug glücksspielformübergreifend knapp 21 Jahre, der geringste mittlere Wert entfiel bei glücksspielformspezifischer Betrachtung auf das Automatenspiel in Gaststätten (M=18,9 Jahre). (4) Die mittlere Dauer der Problementwicklung (Störungsalter – Erstkontaktalter) lag über alle Glücksspielformen hinweg bei knapp fünf Jahren, die schnellste Problementwicklung ließ sich für Automatenspiele in Gaststätten (M=2,3 Jahre) sowie Automatenspiele im Internet (M=2,5 Jahre) beobachten. (5) Insgesamt gab eine deutliche Mehrheit der Klienten*innen Problemspielformen aus dem legalen Sektor (vs. illegaler Sektor) an. (6) Knapp 78% der Problemspieler*innen wiesen Schulden aufgrund des Glücksspielens auf. (7) Etwa jede dritte problematisch spielende Person berichtete davon, dass Werbung einen eher starken bis sehr starken Einfluss darauf hatte, mit dem Glücksspiel zu beginnen bzw. weiter daran teilzunehmen. Bilanzierend kann festgehalten werden, dass es der aktualisierte und überarbeitete Tabellenband erlaubt, aktuelle Entwicklungen im Versorgungssektor zu skizzieren und somit praxisrelevante Hilfestellungen für Regulation und Prävention abzuleiten. Die weiterführende Kombination mit zukünftigen Berichtsjahren und multivariaten Analyseverfahren verspricht eine Vielzahl an aktuellen, bedeutsamen Befunden mit hinreichender Detailtiefe sowie Implikationen für eine Verbesserung des Spieler*innenschutzes.
    Bericht
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    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2017-2022
    Der vorliegende Forschungsbericht stellt eine Fortsetzung der jahresbezogenen quantitativen Auswertungen der Beratungsprozesse von Personen mit einem problematischen Glücksspielverhalten sowie ihren Angehörigen aus dem Bundesland Niedersachsen dar. Grundlage dieses kommentierten Tabellenbandes sind das Beratungsjahr 2022 und die standardisierten Angaben von Berater*innen an 24 Standorten des regionalen ambulanten Glücksspielsuchthilfesystems. Nach Datenbereinigung flossen 1.156 Fälle in die Analysen mit ein. Hierunter befanden sich 985 Problemspieler*innen (85%) sowie 171 Angehörige (15%). Weiterführend bietet die Hinzuziehung der Datensätze von sechs Berichtsjahren (2017-2019, 2020, 2021) einen breiteren Kontext zur Beschreibung und Interpretation der dokumentierten Merkmale, die seit 2017 digitalisiert mit einem identischen Fragenkatalog erhoben werden. Die Größe des Datensatzes ermöglicht insgesamt stabile statistische Schätzungen, und die entsprechenden Jahresvergleiche bilden einen umfassenden Kontext, um aktuelle Veränderungen im Stile eines Sentinel- bzw. Wächter-Systems zu dokumentieren. Unter anderem konnte im Berichtsjahr 2022 seit 2016 erstmals wieder ein Anstieg der Beratungsfälle verzeichnet werden. Im Zusammenhang mit problemverursachenden Glücksspielformen lässt sich festhalten, dass Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten für die Mehrheit der beratenen Personen eine zentrale Rolle einnehmen. Seit 2017 ist allerdings zu beobachten, dass insbesondere Automatenspiele im Internet sowie Sportwetten im Internet bzw. vor Ort ihre Anteile als problemverursachende Glücksspielformen verdoppelt bis verdreifacht haben. Außerdem belegen inferenzstatistische Detailanalysen, dass Probleme mit Sportwetten (online oder offline) eher von erwerbstätigen jüngeren Männern mit höherer formaler Bildung angegeben werden. Im Gegensatz dazu berichten erwerbslose Personen mit geringerer formaler Bildung, einem höheren Alter bei Beratungsbeginn und einem Migrationshintergrund (selbst oder Eltern) eher von Problemen durch Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten. Schließlich waren Personen mit Problemen durch Internetglücksspiele (z. B. Sportwetten, Automaten, Poker, Großes Spiel) eher jünger, eher männlich, seltener erwerbslos und eher höher formal gebildet. Zusammenfassend verdeutlichen diese Befunde, dass einzelne Problemspielformen offensichtlich mit sehr individuellen sozio-demographischen Profilen bzw. Milieus assoziiert sind, deren differenzierte Analyse hilfreiche Hinweise für Prävention und Regulation mit sich bringt.
    Bericht
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    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2017-2021
    Der vorliegende Forschungsbericht setzt die jahresbezogene Auswertung der Beratungsprozesse von Personen mit einem problematischen Glücksspielverhalten sowie ihren Angehörigen aus dem Bundesland Niedersachsen fort. Grundlage des kommentierten Tabellenbandes ist das Beratungsjahr 2021 und die standardisierten Angaben von Berater*innen an 24 Standorten der ambulanten Glücksspielsuchtberatung. Nach Datenbereinigung gingen 1.013 Fälle in die Analysen ein. Hierunter befanden sich 871 Problemspieler*innen (86%) sowie 142 Angehörige (14%). Daneben bietet die Zusammenlegung der Datensätze von fünf Berichtsjahren (2017-2021) und damit eine jahresübergreifende Auswertung einen breiteren Kontext zur Beschreibung und Interpretation der dokumentierten Merkmale, die seit 2017 unverändert digitalisiert mit einem identischen Fragenkatalog erhoben werden. Dies gilt vor allem für das Schwerpunktthema "Glücksspielsucht und Migration" und die damit verbundene Möglichkeit, Detailanalysen zur genaueren Beschreibung von Personen mit Migrationsgeschichte in der ersten bzw. zweiten Generation oder eine Differenzierung unterschiedlicher Herkunftsländer vornehmen zu können. Die empirischen Befunde verweisen im Abgleich mit Problemspieler*innen in der Bundesbevölkerung unter anderem auf eine Unterversorgung von Personen mit Migrationshintergrund, mit geringerer formaler Bildung sowie von Frauen, Jüngeren und Erwerbstätigen. Zwar führt das gewerbliche Automatenspiel in Spielhallen immer noch mit Abstand die Rangreihe problemverursachender Glücksspielformen an; Automatenspiele im Internet sowie Sportwetten im Internet gewinnen hier jedoch seit Jahren spürbar an Bedeutung. Schließlich stammen die meisten ratsuchenden Personen mit Migrationshintergrund aus der Türkei, Polen und Russland. Der vorliegende Tabellenband bietet in der Gesamtschau eine wertvolle Ausgangsbasis, um zukünftige Entwicklungen am Glücksspielmarkt und im Hilfesystem zeitnah abzubilden und zu kommunizieren.
    Bericht
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    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2017-2023
    Der vorliegende Forschungsbericht stellt eine Fortsetzung der jahresbezogenen quantitativen Auswertungen der Beratungsprozesse von Personen mit einem problematischen Glücksspielverhalten sowie ihren Angehörigen aus dem Bundesland Niedersachsen dar. Grundlage dieses kommentierten Tabellenbandes sind das Beratungsjahr 2023 und die standardisierten Angaben von Berater*innen an 24 Standorten des regionalen ambulanten Glücksspielsuchthilfesystems in Niedersachsen. Nach Datenbereinigung fanden insgesamt 998 Fälle bei den statistischen Analysen Berücksichtigung. Hierzu zählten 816 Problemspieler*innen (82%) und 182 Angehörige (18%). Außerdem bietet die Hinzuziehung der Datensätze von weiteren sechs Berichtsjahren (2017-2019, 2020, 2021, 2022) einen breiteren Kontext zur Beschreibung und Interpretation der dokumentierten Merkmale, die seit 2017 digitalisiert mit einem identischen Fragenkatalog erhoben werden. Für das Berichtsjahr 2023 lassen sich auszugsweise folgende Hauptbefunde anführen: (1) Etwa die Hälfte aller Problemspieler*innen wurde über eine Internetsuche auf das Hilfeangebot aufmerksam. (2) Etwas mehr als 40% der Problemspieler*innen benannten Internetglücksspiele (Automatenspiele, Sportwetten, Poker oder Casinospiele) als problemverursachende Glücksspielform. (3) Die mittlere Dauer der Problementwicklung (Störungsalter – Erstkontaktalter) lag über alle Glücksspielformen hinweg bei ca. vier Jahren, die schnellste Problementwicklung ließ sich für Automatenspiele im Internet (M = 2,2 Jahre) beobachten. (4) Fast genau 35% der Problemspieler*innen gaben an, mindestens ein Kind unter 18 Jahren zu haben. (5) Lediglich 22% der Problemspieler*innen wiesen keine Schulden aufgrund des Glücksspielens auf. Weiterführende Analysen über die Jahre hinweg bestätigen, dass einzelne Problemspielformen mit sehr individuellen sozio-demographischen Profilen assoziiert sind. Während zum Beispiel im terrestrischen Setting etablierte Risikofaktoren wie Migrationshintergrund, Erwerbslosigkeit oder geringe formale Bildung häufig noch eine bedeutsame Rolle spielten, zeigten sich diese Faktoren bei Internetglücksspielen erstaunlich selten. Ziel zukünftiger Publikationen zu diesem Trenddatensatz wird es sein, durch multivariate Analyseprozeduren die Theoriebildung und den Erkenntnisgewinn im Bereich der Glücksspielsuchtversorgung anhand der wachsenden Datenbestände kontinuierlich kritisch zu begleiten.
    Bericht
      632  342
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    Die Bedeutung der Selbsthilfe in der Versorgung pathologischer Glücksspieler*innen: Nutzen, Grenzen und Optimierungspotenziale
    In Deutschland zeigen ca. 429.000 Personen ein mindestens problematisches Glücksspielverhalten mit teilweise schwerwiegenden Folgen für sich selbst und ihr soziales Nahumfeld. Zur Unterstützung einer Verhaltensänderung und Reduzierung der negativen Konsequenzen haben sich differenzierte Beratungs- und Behandlungsstrukturen herausgebildet, in denen klassische Selbsthilfegruppen (SHG) mit der Erfahrungskompetenz Betroffener eine anerkannte Säule bilden. Die Nutzung der SHG für Glücksspieler*innen, die mit der Inanspruchnahme verbundenen Erwartungen und Erfahrungen sowie die mit dem Besuch von SHG einhergehenden Effekte sind jedoch wenig erforscht. An diesem Wissensdefizit setzt die vorliegende, quantitativ ausgerichtete Forschungsstudie an. Die Gesamtstichprobe umfasste 355 Personen im Alter von 19 bis 80 Jahren (M = 43,14; SD = 13,83), die professionelle Hilfe nutzen, eine spezifische SHG für Glücksspielsüchtige besuchen oder beide Hilfeformen parallel in Anspruch nehmen. Je nach Fragestellung wurden unterschiedliche Subgrup-pen untersucht und miteinander verglichen. Die erste Gruppe (Nur_SHG) besuchte zum Zeitpunkt der Befragung ausschließlich eine SHG und hatte nie professionelle Hilfe genutzt (n = 40), die zweite Gruppe (SHG+) nahm ebenfalls eine SHG und parallel oder jemals zuvor professionelle Hilfe in Anspruch (n = 200), die dritte (Nie_SHG) nutzte ausschließlich professionelle Hilfe und hatte nie eine SHG besucht (n = 79) und die vierte Gruppe (Früher_SHG) bestand aus Personen, die aktuell nur professionelle Hilfe nutzten, jedoch auch schon einmal eine SHG besucht hatten (n = 36). Die Ergebnisse zeigen, dass Mitglieder einer SHG (Nur_SHG und SHG+ n = 240) im Mittel sowohl älter waren als Klient*innen der bundesweiten ambulanten Suchthilfe als auch Problemspieler*innen der Allgemeinbevölkerung. Betroffene mit Migrationshintergrund waren in der untersuchten Gesamtstichprobe und unter den Mitgliedern einer SHG unterrepräsentiert. Erwerbslose besuchten deutlich seltener aktuell eine SHG. Weiterhin erreichten sowohl die SHG als auch die professionelle Hilfe kaum Betroffene mit subklinischer Problematik. Betroffene mit ausschließlichem Besuch einer SHG zeigten tendenziell seltener eine schwere Störung durch Glücksspielen, jedoch erwies sich der Unterschied nicht als statistisch bedeutsam. Von darüber hinausgehenden substanzbezogenen und psychischen Problemen berichteten frühere Mitglieder einer SHG deutlich häufiger als aktuelle. Als einzige im Durchschnitt als eher zutreffend bewertete Begründung, aktuell keine SHG zu besuchen, erwies sich die Aussage, bereits genug Hilfe zu erhalten. In den SHG trafen sich überwiegend einmal wöchentlich für eineinhalb bis zwei Stunden im Mittel neun Personen. Sie nahmen weit überwiegend möglichst regelmäßig an den Treffen teil und berichteten dabei oft oder immer von eigenen Erfahrungen. Nahezu alle strebten ein glücksspielfreies Leben an. Von der Gruppe erwarteten sie am stärksten aus der Erfahrung anderer zu lernen, Unterstützung zu bekommen, eigene Erfahrungen zu berichten und andere zu ermutigen. Die häufigsten Gruppeninhalte waren aktuelle Erfahrungen und Probleme der Teilnehmenden, allgemeiner Austausch sowie Gespräche über Gefühle. Häufige Inhalte und die Bedeutung der einzelnen Inhalte deckten sich weitgehend. Als positive Effekte der Gruppenbesuche nannten die Befragten besonders häufig den klareren Blick auf die eigene Situation sowie Unterstützung bei der Beendigung des Glücksspielens und bei der Vermeidung von Rückfällen sowie zahlreichen weiteren Schwierigkeiten. Am wenigsten stimmten sie der Aussage zu, durch die Gruppe auf professionelle Hilfe verzichten zu können. Negative Aspekte wurden kaum bestätigt. Nur vereinzelt wurden Misstrauen aufgrund von Lügen, häufiger Mitgliederwechsel und mangelnde Motivation anderer genannt. Nahezu alle befragten aktuellen Mitglieder waren mit ihrer Gruppe mindestens zufrieden. Geringer als bei den übrigen Befragten fiel die Zufriedenheit bei Personen mit psychischen Problemen im Lebensverlauf sowie in der Tendenz auch bei Erwerbslosen, Älteren, Personen mit Migrationshintergrund und Personen, die nur unregelmäßig von eigenen Erfahrungen berichteten, aus. Die vorliegende Untersuchung bestätigt damit die hohe Bedeutung klassischer SHG für die langfristige Unterstützung und Rückfallprophylaxe auch für Betroffene mit einer Störung durch Glücksspielen. Für aktuelle Mitglieder einer SHG gibt es hinsichtlich der Inhalte und Gestaltung kaum Optimierungsbedarf. Potenzial liegt dagegen in der Ansprache jüngerer Betroffener und in einer guten Vernetzung mit der professionellen Hilfe für Personen mit zusätzlichen Belastungen und schweren Störungen. Darüber hinaus fehlen Selbsthilfegruppenoptionen für Personen, die nicht oder noch nicht bereit sind, komplett auf Glücksspiele zu verzichten. Für Betroffene mit Migrationshintergrund sind in der professionellen Hilfe und der Selbsthilfe ergänzende muttersprachliche oder kultursensible Angebote nötig. Ebenso ist Kreativität für die Unterstützung von Personen mit subklinischer Problematik gefragt, die durch die professionelle Hilfe und klassische gemeinschaftliche Selbsthilfe kaum erreicht werden.
    Bericht
      2015  1430
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2024-2025
    Dieser kommentierte Tabellenband stellt eine Fortsetzung der jährlichen Analysen von Daten dar, die sich auf Klienten*innen mit einer Glücksspielproblematik sowie ihre Angehörigen aus der ambulanten Suchtberatung im Bundesland Niedersachsen beziehen. Im Fokus der Auswertungen stehen das Kalenderjahr 2025 und die standardisierten Angaben von Berater*innen an 26 Standorten des regionalen ambulanten Glücksspielsuchthilfesystems Niedersachsens. Nach Datenbereinigung fanden insgesamt 1.000 Fälle bei den statistischen Analysen Berücksichtigung. Diese Stichprobe umfasste 811 Problemspieler*innen (81%) und 189 Angehörige (19%). Für das Beratungsjahr 2025 lassen sich auszugsweise folgende Hauptbefunde zusammenfassen: (1) Etwa 66% der Problemspieler*innen wurden über eine Internetsuche auf das lokale Hilfeangebot aufmerksam. (2) Über 60% der Problemspieler*innen benannten Internetglücksspiele (Automatenspiele, Sportwetten, Poker, Casinospiele) als problembehaftete Glücksspielform. (3) Das mittlere Glücksspiel-Erstkontaktalter betrug knapp 21 Jahre, der geringste mittlere Wert entfiel bei glücksspielformspezifischer Betrachtung auf das Automatenspiel in Gaststätten (M=19,6 Jahre). (4) Die mittlere Dauer der Problementwicklung (Störungsalter – Erstkontaktalter) lag über alle Glücksspielformen hinweg bei knapp fünf Jahren, auffallend schnelle Problementwicklungen ließen sich beim Automatenspiel in Spielbanken, beim Großen Spiel im Internet sowie bei Automatenspielen im Internet mit mittleren Zeiträumen von etwa zwei Jahren beobachten. (5) Eine deutliche Mehrheit der Klienten*innen gab Problemspielformen aus dem legalen Sektor (vs. illegaler Sektor) an. (6) Etwa jede dritte problematisch spielende Person berichtete davon, dass Werbung einen eher oder sehr starken Einfluss darauf hatte, mit dem Glücksspiel zu beginnen, knapp die Hälfte berichtete von einem eher bzw. sehr starken Einfluss der Werbung auf die weitere Spielteilnahme.
    Bericht
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    Klienten*innendokumentation der ambulanten Glücksspielsuchtberatungen in Niedersachsen 2020
    Die fortlaufende Auswertung der Beratungsprozesse von Personen mit einem problematischen Glücksspielverhalten sowie ihren Angehörigen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Suchtprävention. Vor diesem Hintergrund wurden standardisierte Angaben von Berater*innen an 24 Standorten der ambulanten Glücksspielsuchtberatung im Bundesland Niedersachsen untersucht. Der Datensatz umfasste N = 1.139 abgeschlossene Fälle des Beratungsjahres 2020 (davon n = 948 Personen mit eigener Glücksspielproblematik). Im Fokus der Analysen standen deskriptive und bivariate Statistiken primär zu demographischen Merkmalen, zum Glücksspielverhalten, zu glücksspielbedingten Konsequenzen und zum Beratungsprozess. Im Vergleich mit der bundesweiten ambulanten Suchthilfestatistik des Jahres 2019 zeigte sich, dass beratene Problemspieler* innen in Niedersachsen in 2020 im Mittel zwei Jahre jünger waren. In der Gegenüberstellung mit der Gruppe der Problemspieler*innen in der Bevölkerung ergaben sich Herausforderungen im Hinblick auf die Erreichung von Frauen, jüngeren Personen, Erwerbstätigen sowie von Personen mit Migrationshintergrund und mit geringer formaler Bildung. Bei einer Zusatzanalyse der Veränderungen des Glücksspielverhaltens während der COVID-19-Maßnahmen bei einer Teilstichprobe von Problemspieler*innen (n = 168) ließ sich erkennen, dass die Mehrheit der befragten Personen bestimmte Glücksspielformen seltener als vorher bzw. gar nicht (mehr) nutzte. Bei einigen Glücksspielformen kam es während der Maßnahmen jedoch zu Konsumsteigerungen. Hierzu zählte insbesondere das internetbasierte Glücksspielangebot. In der Gesamtschau jener Auswertung spricht bisher wenig dafür, dass eine im Zuge der Schließungen nicht verfügbare terrestrische Problemspielform von auffallend vielen Problemspieler*innen durch eine andere oder vergleichbare Spielform im Internet ersetzt wurde. Insgesamt liefert die vorliegende Datenanalyse damit einen wichtigen Beitrag zur Optimierung des Hilfesystems.
    Bericht
      404  221