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    Item-typ:Veröffentlichung,
    Von der Klassifikation von Lernstrategien im Rahmen selbstgesteuerten Lernens zur mehrdimensionalen und regulierten Handlungsepisode
    Nach einem kurzen historischen Rückblick werden folgende empirisch geprüfte Ansätze selbstgesteuerten Lernens aus der Erwachsenenbildung und der Psychologie vorgestellt: Guglielmino (1977) und Oddi (1984) sowie jene der Gruppen um Weinstein (1986), Pintrich (1993), Boekaerts (1999) und Zimmerman (2005). Die Genealogie der vorgestellten Ansätze macht deutlich, dass wir - um auf Knowles Bezug zu nehmen - in den letzten 30 Jahren viel dazu gelernt haben, und dass die anfänglich überwiegenden Beschreibungen und Systematisierungen von Handlungsstrategien durch die dynamische Betrachtung der Regulation beim Handeln entscheidend erweitert wurde. Auf ihrer Grundlage der Befunde wird das Konzept einer mehrdimensionalen und regulierten Handlungsepiode entworfen. Abschließend wird das Verhältnis von Handeln und Lernen, Steuern und Regulieren, Handeln und Regulieren sowie das Präfix »selbst« beim selbstgesteuerten- bzw. selbstregulierten Handeln auszuloten versucht.
    Bericht
    Band:
      85  104
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    Informal learning: genealogy, concepts, antagonisms and questions
    Zum Ende der vierziger Jahre propagierte die UNESCO die »informelle Bildung«.Inzwischen ist vom »informellen Lernen« die Rede, das gegenwärtig in der europäischen und nationalen Bildungspolitik einen hohen Stellenwert annimmt. Unter »informellem Lernen« wird jedoch äußerst Unterschiedliches verstanden, sodass zur Strukturierung ein allgemeiner Lernbegriff eingeführt wird. Er geht vom Individuum als dem Dreh- und Angelpunkt des Lernens aus und berücksichtigt systematisch die sozio-kulturell geformten Umgebungsbedingungen. Aus dieser Perspektive sind »Formalität« und »Informalität« in den Bedingungen außerhalb des Individuums zu verorten, die gekennzeichnet sind durch: »Ausmaß pädagogischen Arrangements«, »Zertifizierung« und »öffentlich-rechtliche Regulierungen«. Diese Sichtweise wird gestützt, wenn diese drei Kennzeichen mit explizitem, implizitem und zufälligem Lernen in Beziehung gesetzt werden. Informelles Lernen ist insofern eine Metapher, die ein gravierendes Problem in sich birgt: der Mangel an systematischen empirischen Befunden, die valide belegen, warum, wo, wann, wie und was unter informellen Bedingungen gelernt wird.
    Bericht
    Band:
      37  68
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    ‹Neue Lernformen› in der bundesdeutschen Berufsbildung – neue Konzepte oder neue Etiketten?
    In der nationalen und internationalen erziehungswissenschaftlichen und berufspädagogischen Diskussion sowie in Zeitschriften und Veröffentlichungen, die in der Scientific Community hohe Reputation haben, wird zunehmend von »neuen Lernformen« gesprochen. In der bundesdeutschen Berufsbildung gehören dazu Neuerungen wie Handlungsorientierung und vollständige Handlung, Leittextmethode, Handlungskompetenz und Lernfelder. Vor dem Hintergrund einer lern-lehr-theoretischen Modellierung werden die »vollständige« Handlung und die Leittextmethode mit der 30 Jahre zuvor konzipierten Pädagogischen Psychologie Heinrich Roths verglichen. Das Ergebnis ist, dass im Vergleich zur Roth'schen Konzeptualisierung die Leittextmethode noch Meilen entfernt liegt von einem lern-lehr-theoretischen Ansatz. Die Analyse der Handlungskompetenzdefinition der KMK ergibt, dass diese zum einen behavioristisch angelegt ist und aus lern-lehr-theoretischer Sicht eher zu gegenseitigem Missverstehen als zum Verstehen beiträgt und eine nicht zu übersehende Nähe zur Stufe drei »dem Anwenden Können« der auf ihren 50jährigen Geburtstag zusteuernden Bloomschen Taxonomie hat. Die Untersuchung eines exemplarisch ausgewählten Lernfelds für angehende Bankkaufleute zeigt, dass in seinen Formulierungen eine deutliche Affinität zum behavioristischen Lernzielkonzept und den »alten« Stoffkatalogen ausfindig zu machen ist. Zusammenfassend ist damit zu konstatieren, dass es sich bei Handlungsorientierung, Leittextmethode, Handlungskompetenz und Lernfeldern weitgehend um neue Etiketten für zentrale didaktische Konzepte handelt.
    Bericht
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      49  50
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    Aneignung beruflicher Kompetenz – interessengeleitet oder leistungsmotiviert?
    Aufgabe von Betrieb und Schule in der dualen Berufsausbildung ist es, die Kompetenzentwicklung der Auszubildenden zu fördern (KMK 1996). Entsprechend arrangierte Bedingungen an den Ausbildungsorten kommen allerdings nur zum Tragen, wenn seitens der Lernenden geeignete motivationale Orientierungen vorliegen. Sie werden in dieser Studie durch die Konzepte Leistungsmotivation (Heckhausen 1969), Interesse (Krapp & Prenzel 1992) und Selbstbestimmung (Deci & Ryan 1993) konkretisiert und hinsichtlich ihrer Effekte auf bankwirtschaftliche Kompetenz differentiell überprüft. Weiterhin werden die Zusammenhänge ausgewählter Ausbildungsbedingungen, wie erlebte Autonomie am Arbeitsplatz oder Lehrqualität in der Berufsschule, auf die motivationalen Orientierungen untersucht. Es zeigt sich, dass sie unterschiedlich, aber tendenziell niedrig ausfallen. Die Analyse von Partialkorrelationen ergibt, dass die aufgebaute bankwirtschaftliche Kompetenz vornehmlich leistungsmotivational bedingt zu sein scheint. Demgegenüber wird durch Interesse und verschiedene Formen selbstbestimmter Motivation keine zusätzliche Varianz aufgeklärt.
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      51  44
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    Neue Einsichten in Lehren, Lernen und Kompetenz
    (Institut Technik und Bildung, 2009) ;
    Macke, Gerd
    Ziel des Beitrags ist es, die Arbeiten der Autoren im Bereich Lehr-Lern-Forschung zusammenzufassen und ein handlungstheoretisch begründetes Konzept für eine lern-lehr-theoretische Didaktik vorzustellen. Ausgehend von einem allgemeinen begrifflichen Rahmen für eine Lern-Lehr-Theorie untersuchen wir die Ansätze der lerntheoretischen Didaktik (Heimann, Otto & Schulz 1965) und der kritisch-konstruktiven Didaktik (Klafki 1980), die bis heute in der bundesdeutschen Lehrkräfteausbildung eine wichtige Rolle spielen. Festzuhalten ist, dass beide Ansätze lern-lehr-theoretisch nicht begründet sind, den Lern-Lehr-Zusammenhang vielmehr nur aus der Perspektive der Lehrenden thematisieren. Unter Rückgriff auf lern-lehr-theoretische Vorarbeiten der Gruppe um Eigler (1976) formulieren wir drei Kernfragen und ein Konzept einer Lern-Lehr-Theorie, das von einem mehrdimensionalen Handlungsbegriff ausgeht, Information vom Verstehen her bestimmt und herausarbeitet, dass aufgrund des unauflöslichen Zusammenspiels von Handeln und Information Verstehen der Verständigung bedarf, also Interaktion und Kommunikation zentrale Voraussetzungen für Lernen und Lehren sind. Ein solcher handlungstheoretischer Zugang zeigt auch die Schwachstellen und Inkonsistenzen der Taxonomie von Anderson & Krathwohl (2001) sowie der deutschen Übersetzung von knowledge im Allgemeinen und declarative sowie procedural knowledge im Besonderen und ihre Irrelevanz für berufliche Kompetenzforschung. Das entwickelte Konzept nutzen wir, die derzeit breit rezipierten Ansätze des Cognitive Apprenticeship (Collins, Brown & Newman 1989) und der Gestaltung integrierter Lernumgebungen (Reinmann & Mandl 2006) zu analysieren und zu zeigen, dass beide die lerntheoretische Begründung und Stringenz des meaningful verbal learning (Ausubel 1968) und des guided discovery learning (Bruner 1966) nicht erreichen. Dieses Ergebnis führt uns zu der These, dass die derzeit betriebene Bachelorisierung der Lehrkräfteausbildung Gefahr läuft, trotz inzwischen umfangreicher lern-lehr-theoretischen Erkenntnisse vom Ziel mastering the teaching model auf ein modelling the master teacher (Stolurow 1965) zurückzufallen.
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    Band:
      594  508