Behandlung im Voraus Planen – ein «Advance Care Planning»-Konzept für Deutschland
Veröffentlichungsdatum
2022-02
Autoren
Zusammenfassung
Das internationale Konzept von «Advance Care Planning» (ACP) steht für einen systematischen und qualifizierten Gesprächsprozess zwischen Personen, die über mögliche Krankheitsszenarien in Anwesenheit ihrer Angehörigen und Therapeuten sprechen möchten und ihren Wunsch zu medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorglichen Versorgungen und Behandlungen äussern wollen. In Deutschland wurde im Sozialgesetzbuch (SGB) V der § 132 g zur Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase als Versicherungsleistung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für bestimmte Patientengruppen festgesetzt, was das ACP-Konzept widerspiegelt. Ein ACP-Konzept, das auf die Strukturen des Gesundheitssystems in Deutschland ausgerichtet ist, ist als «Behandlung im Voraus Planen» (BVP) bundesweit bekannt geworden. Im Rahmen der BVP-Gespräche werden nach dem Prinzip der partizipativen Entscheidungsfindung mit Bewohnern von Senioreneinrichtungen oder mit Menschen in der Eingliederungshilfe die individuellen Wünsche zu zukünftiger Behandlung und Versorgung erfasst und besprochen. In einem Dokument, wie einer Patientenverfügung, können diese Wünsche detailliert festgehalten werden. Diese Gespräche können hierfür speziell ausgebildete Personen aus den ärztlichen, aber auch nicht ärztlichen Berufsgruppen – wie Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter, Heilerziehungspfleger, führen. Dazu muss eine dafür entwickelte Weiterbildungsmassnahme, die einem vorgeschriebenen Kerncurriculum des GKV-Spitzenverbands folgt, erfolgreich absolviert werden.
Verlag
Hogrefe
Institution
Dokumenttyp
Artikel/Aufsatz
Zeitschrift/Sammelwerk
Band
79
Heft
1
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3
Endseite
8
Sprache
Sonstige Sprache