Winter, Jens
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Item-typ:Veröffentlichung, Arbeitsregulierung als transnationaler Governanceprozess : Lehren aus dem NAFTA-Raum(2004-12); In den letzten Jahrzehnten sind nicht nur vielfältige internationale Institutionen zur Regelung von Problemen und Konflikten entstanden, die sich aus den Globalisierungsprozessen herleiten. Auch haben sich die Akteurskonstellationen erweitert und schließen nicht-staatliche Akteure ein. Dies alles hat in zahlreichen Politikfeldern Formen transnationaler Governance hervorgebracht. Doch trotz deren Heterogenität überwiegen in der politikwissenschaftlichen Forschung politikfeldunspezifische und häufig auch normativ und institutionell-fixierte Ansätze. Nach einer Skizze einiger Aporien der theoretischen Diskussion werden wir dieses Problem am Beispiel des Konfliktfelds internationaler Arbeitsregulierung behandeln. Empirischer Bezugspunkt ist die Wirkungsanalyse des `North American Agreement on Labor Cooperation´ - es ist dies ein junges Arbeitsregime, das 1994 als Nebenabkommen zum nordamerikanischen Freihandelsvertrag in Kraft trat. Die Untersuchung zeigt, dass die strukturellen und institutionellen Eigensinnigkeiten der politischen Mehrebenenprozesse internationale Arbeitsregulierung als Konfliktfeld in spezifischer Weise strukturieren. Notwendig für eine umfassende Analyse internationaler Arbeitsregulierung, so die zentrale These, ist die Entwicklung eines politik- und konfliktfeldspezifischen Zugangs zu den transnationalen Governance-Prozessen, der es erst ermöglicht, komplexe innergesellschaftliche Widersprüche und Dynamiken und schließlich deren Widerspenstigkeit gegenüber internationalen Beziehungen zu erfassen.BerichtBand:10124 73 - Some of the metrics are blocked by yourconsent settings
Item-typ:Veröffentlichung, Sozialklauseln – Handelssanktion als wirksames Instrument internationaler Arbeitsregulierung? : Erfahrungen aus dem `North American Agreement on Labor Cooperation´ zwischen den USA, Mexiko und Kanada(2004-12); Mit der ökonomischen Globalisierung geht auch eine Internationalisierung des Konfliktfelds der Arbeitsregulierung einher. Sie findet ihren Ausdruck in der Debatte um internationale Arbeits- und Sozialstandards, die sowohl Menschenrechtsverletzungen als auch den Deregulierungsdruck einer Abwärtsspirale, eines `race to the bottom´, Einhalt bieten sollen. In den Mittelpunkt der kontroversen Diskussion ist die Forderung nach Sozialklauseln gerückt - Klauseln in Handelsverträgen, die Handelsvorteile an die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten binden. Befürworter sehen vor allem in ihrem Sanktionspotenzial ein wirksames Mittel der Durchsetzung internationaler Arbeits- und Sozialstandards. In unserem Artikel setzen wir uns kritisch mit den verbreiteten Wirkungsannahmen zu Sozialklauseln auseinander. Wir beziehen uns dabei auf die Ergebnisse eines empirischen Forschungsprojekts zum North American Agreement on Labor Cooperation, einem der beiden NAFTA-Nebenabkommen. Es ist dies das erste multilaterale, zwischen Mexiko, den USA und Kanada - also höchst heterogenen Staaten - vereinbarte Abkommen dieser Art. Unsere Ergebnisse stärken letztlich Zweifel an den verbreiteten Begründungen für Sozialklauseln. Wir zeigen auf, dass diese überwiegend ökonomistisch verkürzt sind, die soziale und politische Logik nationaler Arbeitsbeziehungen und auch die Machtassymetrien auf internationaler Ebene vernachlässigen. Problematisch ist auch das einfache Ursache-Wirkungs-Modell internationaler Arbeitsregulierung, das der sozialen Dynamik in einem widersprüchlichen Mehrebenenprozess von transnational governance zwar zugrunde gelegt, letztlich aber nicht gerecht wird. Was somit als effektives Verfahren angesehen wird, könnte sich in der Praxis als Hemmschuh internationaler Arbeitsregulierung erweisen. Es bleibt die Aufgabe politologischer und auch soziologischer Forschung, Erfahrungen existierender Ansätze internationaler Arbeitsregulierung auszuwerten und differenziertere Modelle und Konzepte zu entwickeln.BerichtBand:9148 83
