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    RfM-Debatte 2020: "Drei Sprachen sind genug fürs Abitur!“ - Ein Reformvorschlag für den Abbau der Diskriminierung von mehrsprachig Aufgewachsenen bei Schulabschlüssen
    Die Autorin des Initialbeitrags, die Bremer Migrations- und Bildungsforscherin Dita Vogel, erläutert in ihrem Text „Drei Sprachen sind genug fürs Abitur!“ einen Reformvorschlag für den Abbau der Diskriminierung von mehrsprachig Aufgewachsenen. Kernpunkte des Vorschlags umfassen einen Rechtsanspruch auf Anerkennung der Familiensprache als prüfungsrelevante zweite Fremdsprache sowie Reformen der Organisation und Gestaltung des schulischen Sprachunterrichts. Der damit verbundene Vorschlag zur Anerkennung gesellschaftlicher Viel- und Mehrsprachigkeit geht mit der bildungssprachlichen Aufwertung der Potentiale einher, die Schüler*innen aus ihrem familiensprachlichen Umfeld in die Schule einbringen. In sechs Kommentaren haben sich sachkundige RfM-Mitglieder und Nicht-Mitglieder intensiv und konstruktiv mit den Vorschlägen auseinandergesetzt. Aus der Sicht ihrer jeweiligen Disziplinen – der Rechtwissenschaft, Erziehungswissenschaft und Sprachwissenschaft - ergänzen die Expert*innen den Blick auf die schulische Bildung und stellen Vorschläge für weiterführende Gestaltung der Rahmenbedingungen des Sprachenunterrichts dar. In einem weiteren Beitrag werden die Ideen aus einer praxisorientierten gewerkschaftlichen Perspektive kommentiert und fortgesetzt. Die abschließende Replik der Autorin des Initialbeitrags geht auf die Kommentare ein und schlägt die Erprobung der Vorschläge in wissenschaftlich begleiteten Modellprojekten vor.
    Buch
    Band:
      979  935
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    Item-typ:Veröffentlichung,
    RfM-Debatte 2021: Rassismus als Praxis der langen Dauer. Welche Rassismusforschung braucht Deutschland – und wozu?
    Die Beiträge der diesjährigen Debatte des Rats für Migration plädieren für das längst fällige Nachholen einer international geführten Rassismusdebatte und methodologisch für eine intersektionelle, interdisziplinär zu institutionalisierende Rassismusforschung. Ein neuer Antisemitismus nimmt Gestalt an, während antimigrantischer, Anti-Roma- und antimuslimischer Rassismus zum common sense eines „iliberalen“ Europas zu avancieren drohen. Hierbei, das nehmen wir hier einmal vorweg, sind sich die hier debattierenden Ratsmitglieder Albert Scherr, und mit besonderem Nachdruck Helma Lutz und Rudolf Leiprecht mit Maria Alexopoulous einig: Rassismen gibt es nur im Plural und der Antisemitismus gehört dazu. Er muss im Zusammenhang mit weiteren Formen des Rassismus analysiert werden; und, so sollte ergänzt werden, jede gesellschaftliche antirassistische Intervention muss ebenso anti-antisemitisch sein, um erfolgreich zu sein, und umgekehrt. Noa Ha allerdings widerspricht in ihrem Debattenbeitrag hier ganz entschieden, und sieht in der Aufzählung zu unterscheidender Rassismen die entsolidarisierende Herrschaftsstrategie des ‚teile und herrsche‘ am Werke. Und in der Tat ist dies unbedingt zu beachten: Der unterscheidenden Herabwürdigung der rassistischen Zuschreibung wäre zuweilen spezifisch, aber stets solidarisch, und oft mit der gleichen, gemeinsamen Zurückweisung zu begegnen. Noa Ha und Paul Mecheril weisen nachdrücklich darauf hin: Der Rassismus mit seinem heutigen Erscheinungsbild wurde durch die moderne, humanistische und aufklärerische Wissenschaft hervorgebracht, und die Vorstellung, mehr Forschung zu Rassismus sei gleichbedeutend mit der Überwindung von Rassismus, ist naiv. Darum fordert Paul Mecheril in seinem Debattenbeitrag eben nicht mehr Rassismusforschung, sondern mehr rassismuskritische Forschung.
    Buch
    Band:
      932  746