Effekte gesellschaftlicher Konfliktdynamiken auf die emotionale politische Positionierung von Jugendlichen. Eine qualitative Untersuchung im Kontext politischer Jugendbildungsarbeit
Veröffentlichungsdatum
2025-12-04
Autoren
Künnemeyer, Klara
Betreuer
Zusammenfassung
Jugendliche erleben aktuelle gesellschaftliche Konflikte als komplex, emotional aufgeladen
und medial verstärkt. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie junge Menschen diese Konflikte
wahrnehmen, welche Emotionen sie dabei empfinden und welche Anforderungen daraus für
die politische Bildung innerhalb der Sozialen Arbeit hervorgehen. Die zentrale Annahme
lautet, dass Jugendliche in einer politisch stark polarisierten Gegenwart aufwachsen, in der
Konfliktlinien sichtbarer und affektiver werden und sich politische Auseinandersetzungen
direkt auf ihre Selbstwahrnehmung, Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe
auswirken. Theoretisch verbindet die Arbeit vielfältige Konzepte zu politischer Sozialer Arbeit,
Jugend und Identitätsentwicklung mit Ansätzen zu gesellschaftlichen Konfliktdynamiken,
Polarisierung und Emotionen. Auf dieser Grundlage wurden drei Jugendliche sowie drei
Fachkräfte interviewt und deren Perspektiven anhand qualitativer Inhaltsanalyse
ausgewertet.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Jugendliche Konflikte insbesondere in den Bereichen
Gendergerechtigkeit, Klimawandel, militärische Auseinandersetzungen und finanzieller
Verteilung wahrnehmen. Sie schildern eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen,
insbesondere Ärger, Frustration, Angst und Traurigkeit, aber auch positive Emotionen wie
Hoffnung. Jugendliche nutzen angesichts ausgelöster Emotionen sowohl nach innen als auch
nach außen gerichtete Bewältigungsstrategien. Es werden Ambivalenzen zwischen politischer
Motivation und Überforderung deutlich. Fachkräfte ordnen diese Wahrnehmungen in
strukturelle Herausforderungen ein, etwa in Bezug auf fehlende Ressourcen, mangelnde
Schutzräume für kontroverse Debatten und die Bedeutung digitaler Räume. Aus den Befunden
ergeben sich klare Anforderungen für eine zeitgemäße politische Bildungsarbeit: Politische
Bildung muss Konfliktfähigkeiten fördern, Emotionen als Lern- und Reflexionsressource
anerkennen, Jugendliche mit ihren Wahrnehmungen ernst nehmen und Räume schaffen, in
denen Dissens konstruktiv bearbeitet werden kann. Ebenso bedeutsam sind der Aufbau von
Ambiguitätstoleranz, die Förderung kollektiver Selbstwirksamkeit sowie die Verankerung
politischer Bildung als Querschnittsaufgabe Sozialer Arbeit. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass
eine professionelle, reflektierte und lebensweltorientierte politische Bildung entscheidend
dafür ist, Jugendlichen Orientierung, Handlungsfähigkeit und demokratische Teilhabe in
komplexen gesellschaftlichen Konfliktlagen zu ermöglichen.
und medial verstärkt. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie junge Menschen diese Konflikte
wahrnehmen, welche Emotionen sie dabei empfinden und welche Anforderungen daraus für
die politische Bildung innerhalb der Sozialen Arbeit hervorgehen. Die zentrale Annahme
lautet, dass Jugendliche in einer politisch stark polarisierten Gegenwart aufwachsen, in der
Konfliktlinien sichtbarer und affektiver werden und sich politische Auseinandersetzungen
direkt auf ihre Selbstwahrnehmung, Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe
auswirken. Theoretisch verbindet die Arbeit vielfältige Konzepte zu politischer Sozialer Arbeit,
Jugend und Identitätsentwicklung mit Ansätzen zu gesellschaftlichen Konfliktdynamiken,
Polarisierung und Emotionen. Auf dieser Grundlage wurden drei Jugendliche sowie drei
Fachkräfte interviewt und deren Perspektiven anhand qualitativer Inhaltsanalyse
ausgewertet.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Jugendliche Konflikte insbesondere in den Bereichen
Gendergerechtigkeit, Klimawandel, militärische Auseinandersetzungen und finanzieller
Verteilung wahrnehmen. Sie schildern eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen,
insbesondere Ärger, Frustration, Angst und Traurigkeit, aber auch positive Emotionen wie
Hoffnung. Jugendliche nutzen angesichts ausgelöster Emotionen sowohl nach innen als auch
nach außen gerichtete Bewältigungsstrategien. Es werden Ambivalenzen zwischen politischer
Motivation und Überforderung deutlich. Fachkräfte ordnen diese Wahrnehmungen in
strukturelle Herausforderungen ein, etwa in Bezug auf fehlende Ressourcen, mangelnde
Schutzräume für kontroverse Debatten und die Bedeutung digitaler Räume. Aus den Befunden
ergeben sich klare Anforderungen für eine zeitgemäße politische Bildungsarbeit: Politische
Bildung muss Konfliktfähigkeiten fördern, Emotionen als Lern- und Reflexionsressource
anerkennen, Jugendliche mit ihren Wahrnehmungen ernst nehmen und Räume schaffen, in
denen Dissens konstruktiv bearbeitet werden kann. Ebenso bedeutsam sind der Aufbau von
Ambiguitätstoleranz, die Förderung kollektiver Selbstwirksamkeit sowie die Verankerung
politischer Bildung als Querschnittsaufgabe Sozialer Arbeit. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass
eine professionelle, reflektierte und lebensweltorientierte politische Bildung entscheidend
dafür ist, Jugendlichen Orientierung, Handlungsfähigkeit und demokratische Teilhabe in
komplexen gesellschaftlichen Konfliktlagen zu ermöglichen.
Schlagwörter
Soziale Arbeit
;
Konflikte
;
Affektive Konfliktdynamik
;
Triggerpunkte
;
Jugendliche
;
Politische Positionierung
;
politische Bildung
;
Ambiguitätstoleranz
;
qualitative Forschung
;
gesellschaftliche Konflikte
;
Selbstwirksamkeit
;
Interviews
;
Lebensweltorientierung
;
Wahrnehmung
;
Emotionen
;
Konfliktdynamiken
Institution
Dokumenttyp
Text::Abschlussarbeit::Abschlussarbeit (Master)
Sprache
Deutsch
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Name
Künnemeyer, Effekte Konfliktdynamiken auf Jugendliche.pdf
Size
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Checksum
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