Frauen in der Kunst? Eine Befragung von Bremer KunstlehrerInnen zur Rolle von Künstlerin- nen in der Kunstgeschichte und ihre Erfahrungen mit diesem Thema im eigenen Kunstunterricht.
Veröffentlichungsdatum
2020-07-27
Autoren
Betreuer
Zusammenfassung
Kunstgeschichte, -unterricht und -museen stellen seit jeher eine Personengruppe in den Mittelpunkt: Männer. In einem Patriarchat ist dies nicht verwunderlich. Daher stellt sich oftmals die Frage, ob es denn überhaupt bedeutende Künstlerinnen in der Geschichte gegeben hat. Dieser Umstand würde zumindest die Unterrepräsentation von Künstlerinnen und ihren Werken im Unterricht sowie Kunstausstellungen erklären, auch wenn nachweislich eine Vielzahl an Künstlerinnen in der Geschichte dokumentiert wurde und der heutige Wissensstand eine vielfältige Künstler:innengemeinschaft umfasst.
Diesem Phänomen sind unter anderem bereits Linda Nochlin, Irene Below, Rozsika Parker, Grisela Pollock und Helga Kämpf-Jansen nachgegangen. Auch hier fällt auf, dass die aufgezählten Namen alle weiblich sind. Tatsächlich ist der Diskurs um die Frau in der Kunst seit Jahrzehnten stark umstritten und hat vor allem durch die Frauenbewegungen in den 1960er/70er Jahren an Bedeutung gewonnen.
Ausgangspunkt der Forschungsarbeit war eben dieses Interesse an dem fehlenden Perspektiven, Stimmen und Ausdrucksweisen von Frauen jenseits von weltbekannten Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Cindy Sherman oder Berthe Morisot. Im Verlauf der Arbeit wird den Künstlerinnen der vergangenen Jahrhunderte, ihrer permanenten Ausradierung durch den kunsthistorischen Kanon sowie ihren vielfältigen, innovativen Ideen zur Erreichbarkeit von Sichtbarkeit auf den Grund gegangen.
Die kritische Auseinandersetzung mit Frauen in der Kunstgeschichte bezieht sich außerdem auf die Wahrnehmung und Darstellung von Frauen und Künstlerinnen, wie sie von Männern dargestellt und angesehen wurden. Für ein praxisnahes Forschungssetting wurden Interviews mit Kunstlehrkräften eines Gymnasiums durchgeführt. Denn das Fach Kunst soll zur Persönlichkeits- und Charakterbildung der Schüler:innen beitragen, doch wie soll eine ausgiebige Auseinandersetzung mit Geschlecht, Vorbildern und Rollenzuweisungen erfolgen, wenn sich die Kunstkurse der Oberstufe mit bis zu 90% aus weiblichen Schülern zusammensetzt, diese sich jedoch überwiegend mit männlichen Künstlern und Perspektiven befassen, da diese den Hauptteil der Kunstgeschichte ausmachen? Besonders spannend werden hier beispielsweise Mutter-Kind-Darstellungen, die vor allem durch den Begriff der „weiblichen Kunst“ herabgewürdigt wurden, obwohl ihnen eine ganz besondere Qualität zugrunde liegt. Ebenso wurden durch feministische Kunsthistoriker:innen Vergleiche zur Auslegung von Sujets wie dem Selbstakt untersucht, welche in dieser Arbeit exemplarisch die unterschiedlichen Motivationen von männlichen und weiblichen Künstler:innen darlegen. Durch das damalige (wie auch heutige) heterogene Interesse wird sichtbar, welche Instanzen zur primär eingeschlechtlichen Kunstgeschichtsschreibung geführt haben.
Diesem Phänomen sind unter anderem bereits Linda Nochlin, Irene Below, Rozsika Parker, Grisela Pollock und Helga Kämpf-Jansen nachgegangen. Auch hier fällt auf, dass die aufgezählten Namen alle weiblich sind. Tatsächlich ist der Diskurs um die Frau in der Kunst seit Jahrzehnten stark umstritten und hat vor allem durch die Frauenbewegungen in den 1960er/70er Jahren an Bedeutung gewonnen.
Ausgangspunkt der Forschungsarbeit war eben dieses Interesse an dem fehlenden Perspektiven, Stimmen und Ausdrucksweisen von Frauen jenseits von weltbekannten Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Cindy Sherman oder Berthe Morisot. Im Verlauf der Arbeit wird den Künstlerinnen der vergangenen Jahrhunderte, ihrer permanenten Ausradierung durch den kunsthistorischen Kanon sowie ihren vielfältigen, innovativen Ideen zur Erreichbarkeit von Sichtbarkeit auf den Grund gegangen.
Die kritische Auseinandersetzung mit Frauen in der Kunstgeschichte bezieht sich außerdem auf die Wahrnehmung und Darstellung von Frauen und Künstlerinnen, wie sie von Männern dargestellt und angesehen wurden. Für ein praxisnahes Forschungssetting wurden Interviews mit Kunstlehrkräften eines Gymnasiums durchgeführt. Denn das Fach Kunst soll zur Persönlichkeits- und Charakterbildung der Schüler:innen beitragen, doch wie soll eine ausgiebige Auseinandersetzung mit Geschlecht, Vorbildern und Rollenzuweisungen erfolgen, wenn sich die Kunstkurse der Oberstufe mit bis zu 90% aus weiblichen Schülern zusammensetzt, diese sich jedoch überwiegend mit männlichen Künstlern und Perspektiven befassen, da diese den Hauptteil der Kunstgeschichte ausmachen? Besonders spannend werden hier beispielsweise Mutter-Kind-Darstellungen, die vor allem durch den Begriff der „weiblichen Kunst“ herabgewürdigt wurden, obwohl ihnen eine ganz besondere Qualität zugrunde liegt. Ebenso wurden durch feministische Kunsthistoriker:innen Vergleiche zur Auslegung von Sujets wie dem Selbstakt untersucht, welche in dieser Arbeit exemplarisch die unterschiedlichen Motivationen von männlichen und weiblichen Künstler:innen darlegen. Durch das damalige (wie auch heutige) heterogene Interesse wird sichtbar, welche Instanzen zur primär eingeschlechtlichen Kunstgeschichtsschreibung geführt haben.
Schlagwörter
Künstlerin
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Kunstunterricht
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Fachbereich
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Text::Abschlussarbeit::Abschlussarbeit (Master)
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