Künnemeyer, KlaraKlaraKünnemeyer2026-07-282026-07-282025-12-04https://media.suub.uni-bremen.de/handle/elib/25114https://doi.org/10.26092/elib/6253Jugendliche erleben aktuelle gesellschaftliche Konflikte als komplex, emotional aufgeladen und medial verstärkt. Die vorliegende Arbeit untersucht, wie junge Menschen diese Konflikte wahrnehmen, welche Emotionen sie dabei empfinden und welche Anforderungen daraus für die politische Bildung innerhalb der Sozialen Arbeit hervorgehen. Die zentrale Annahme lautet, dass Jugendliche in einer politisch stark polarisierten Gegenwart aufwachsen, in der Konfliktlinien sichtbarer und affektiver werden und sich politische Auseinandersetzungen direkt auf ihre Selbstwahrnehmung, Handlungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe auswirken. Theoretisch verbindet die Arbeit vielfältige Konzepte zu politischer Sozialer Arbeit, Jugend und Identitätsentwicklung mit Ansätzen zu gesellschaftlichen Konfliktdynamiken, Polarisierung und Emotionen. Auf dieser Grundlage wurden drei Jugendliche sowie drei Fachkräfte interviewt und deren Perspektiven anhand qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Jugendliche Konflikte insbesondere in den Bereichen Gendergerechtigkeit, Klimawandel, militärische Auseinandersetzungen und finanzieller Verteilung wahrnehmen. Sie schildern eine Vielzahl unterschiedlicher Emotionen, insbesondere Ärger, Frustration, Angst und Traurigkeit, aber auch positive Emotionen wie Hoffnung. Jugendliche nutzen angesichts ausgelöster Emotionen sowohl nach innen als auch nach außen gerichtete Bewältigungsstrategien. Es werden Ambivalenzen zwischen politischer Motivation und Überforderung deutlich. Fachkräfte ordnen diese Wahrnehmungen in strukturelle Herausforderungen ein, etwa in Bezug auf fehlende Ressourcen, mangelnde Schutzräume für kontroverse Debatten und die Bedeutung digitaler Räume. Aus den Befunden ergeben sich klare Anforderungen für eine zeitgemäße politische Bildungsarbeit: Politische Bildung muss Konfliktfähigkeiten fördern, Emotionen als Lern- und Reflexionsressource anerkennen, Jugendliche mit ihren Wahrnehmungen ernst nehmen und Räume schaffen, in denen Dissens konstruktiv bearbeitet werden kann. Ebenso bedeutsam sind der Aufbau von Ambiguitätstoleranz, die Förderung kollektiver Selbstwirksamkeit sowie die Verankerung politischer Bildung als Querschnittsaufgabe Sozialer Arbeit. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass eine professionelle, reflektierte und lebensweltorientierte politische Bildung entscheidend dafür ist, Jugendlichen Orientierung, Handlungsfähigkeit und demokratische Teilhabe in komplexen gesellschaftlichen Konfliktlagen zu ermöglichen.dehttps://creativecommons.org/licenses/by/4.0/Soziale ArbeitKonflikteAffektive KonfliktdynamikTriggerpunkteJugendlichePolitische Positionierungpolitische BildungAmbiguitätstoleranzqualitative Forschunggesellschaftliche KonflikteSelbstwirksamkeitInterviewsLebensweltorientierungWahrnehmungEmotionenKonfliktdynamiken300 Sozialwissenschaften::370 Bildung und Erziehung::370 Bildung und ErziehungEffekte gesellschaftlicher Konfliktdynamiken auf die emotionale politische Positionierung von Jugendlichen. Eine qualitative Untersuchung im Kontext politischer JugendbildungsarbeitText::Abschlussarbeit::Abschlussarbeit (Master)10.26092/elib/6253urn:nbn:de:gbv:46-elib251140