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  4. Die Situation pflegender Angehöriger im erwerbsfähigen Alter in der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse einer Onlinebefragung in Deutschland
 
Verlagslink DOI
10.1007/s00103-023-03659-7

Die Situation pflegender Angehöriger im erwerbsfähigen Alter in der COVID-19-Pandemie – Ergebnisse einer Onlinebefragung in Deutschland

Veröffentlichungsdatum
2023
Autoren
Wiegelmann, Henrik  
Heß, Moritz  
Domhoff, Dominik  
Heinze, Franziska  
Schmidt, Annika  
Seibert, Kathrin  
Stolle-Wahl, Claudia  
Preuß, Benedikt  
Rothgang, Heinz  
Wolf-Ostermann, Karin  
Zusammenfassung
Hintergrund

Die Folgen der COVID-19-Pandemie haben verschiedene Personengruppen vor große Herausforderungen gestellt; eine dieser Gruppen sind pflegende Angehörige. Die vorliegende Studie untersucht, welche Veränderungen die Pandemie für pflegende Angehörige mit sich gebracht hat und in welchem Ausmaß sich Lebensqualität und Pflegebelastung subgruppenspezifisch verändert haben.

Methode

Die Datenerhebung erfolgte im Sommer 2020 in einer Querschnittsstudie mit pflegenden Angehörigen im erwerbsfähigen Alter (N = 1143). Neben soziodemografischen Daten wurden Angaben zu Versorgungssituation, Vereinbarkeit von Pflege und Beruf sowie Belastung und Lebensqualität in einer Onlinebefragung erhoben. Versorgungssituation und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wurden deskriptiv analysiert. Für die Analysen der Veränderung der Lebensqualität und der Belastung wurden logistische Regressionsmodelle verwendet.

Ergebnisse

Die Versorgungssituation hat sich für viele Befragte (54,7 %) während der Pandemie geändert und ist zeitlich aufwendiger geworden. Für 70,8 % ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf schwieriger geworden. Mit dem Pandemiemanagement der eigenen Arbeitgeber:innen zeigt sich die Mehrheit zufrieden (65,9 %). Die Lebensqualität hat ab- und die Belastung zugenommen, besonders deutlich für jüngere Pflegende, Frauen und Pflegende von Personen mit hohem Pflegebedarf.

Diskussion

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich die Lebenssituationen pflegender Angehöriger während der COVID-19-Pandemie verschlechtert haben. Entscheidungsträger:innen sollten dies anerkennen und besonders betroffene Subgruppen pflegender Angehöriger unterstützen. Zukünftig ist es wichtig, die informelle häusliche Pflege ebenso wie Versorgungssettings der professionellen (Langzeit‑)Pflege in gesundheits- und sozialpolitische Pandemiekonzepte einzubeziehen.
Verlag
Springer
Institution
Hochschule Bremen  
Fachbereich
Hochschule Bremen - Fakultät 3: Gesellschaftswissenschaften  
Dokumenttyp
Wissenschaftlicher Artikel
Zeitschrift/Sammelwerk
Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz  
Band
66
Heft
3
Startseite
265
Endseite
274
Sprache
Deutsch

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