Zum Status der Bremer Wärmepolitik - zentrale Befunde und Handlungserfordernisse : eine Stellungnahme zur Bremer Klimapolitik im Bereich Gebäude & Wärmeversorgung nach der Veröffentlichung der kommunalen Wärmeplanung
Veröffentlichungsdatum
2026-06
Projekte
Urbane Anergienetze als Instrument der Wärmewende in Bremen
Förderungen
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Zusammenfassung
Die Bremer Wärmepolitik orientiert sich grundsätzlich konsequent an den Transformationszielen der Klimaschutzstrategie 2030.. Allerdings ist die Umsetzung der Wärmewende in allen Teilbereichen nicht ausreichend - das Ziel der Klimaneutralität 2038 wird deshalb auch im Wärmebereich nicht erreicht werden. Ein wichtiger Erfolg ist jedoch, dass sich wichtige Schlüsselakteure wie Wärmeversorger und städtische Gesellschaften strategisch auf die Klimatransformation einstellen. Die Bremer Klimapolitik ist massiv von der Politik der Bundesebene abhängig.
Wichtige Herausforderungen in Bremen sind:
• Die Fernwärmeanbieter gehen auch in den Wärmenetzausbaugebieten nicht von einer flächenhaften Versorgung aller Gebäude aus und in vielen grundsätzlich geeigneten Prüfgebieten bewerten sie den Netzausbau als nicht rentabel.Für kleinere Wohngebäude in diesen Gebieten ist damit in vielen Fällen weiterhin offen, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann. Gleichzeitig sind die Annahmen für den Einsatz von Wärmepumpen in der Wärmeplanung mit Blick auf Schall und Platzverhältnisse sehr pauschal und können für einen Teil der Gebäude unrealistisch sein. Bremen sollte deshalb die Bildung einer kommunalen Wärmegesellschaft prüfen.
• Eine wesentliche klima- wie sozialpolitische Herausforderung stellen die Worst-Performing Buildings dar, deren Anzahl, Verteilung, Eigentümer- und Bewohnerstruktur in den Grundlagen der Bremer Wärmeplanung nur bedingt erkennbar sind.
• Die Bremer Wärmepolitik steht vor der Herausforderung, in Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen unter den Bedingungen der neuen Gesetzgebung (vor allem dem Gebäudemodernisierungsgesetz) schnell eine Strategie für eine verantwortungsvolle schrittweise Stilllegung des Gasnetzes in allen Gebieten mit eindeutigen zukunftsfähigen Wärmeversorgungsoptionen zu entwickeln und klar zu kommunizieren, um die negativen Folgen der Bundesgesetzgebung für den lokalen Klimaschutz zu begrenzen.
• Das bürgerschaftlich initiierte Projekt genossenschaftlicher Wärmeversorgung auf Basis oberflächennaher Erdwärme von ErdwärmeDich e.G. ist grundsätzlich realistisch. Das von der Stadt in der Wärmeplanung berücksichtigte und durch ein Förderprogramm für Pilotprojekte unterstütze Konzept kann ein Element sein, um für Gebäude in dichter bebauten Quartieren erneuerbare Wärmeversorgungslösungen anzubieten, wenn die Kosten sich tatsächlich als wirtschaftlich erweisen. Erforderlich ist jedoch auch eine konsequentere Förderung durch die Bündelung von Zuständigkeiten und weitere Formen der Unterstützung.
• Unsere Bürgerbefragung zeigt: viele Bremer Hausbesitzer:innen kennen die Aussagen der Wärmeplanung für ihr Gebäude nicht und sind sich über die Eignung neuer Formen der Wärmeversorgung sehr unsicher. Gleichzeitig wird von vielen die Notwendigkeit des Klimaschutzes gesehen. Hier zeigt sich ein deutlicher Bedarf für eine zielgruppengerechte Kommunikation und Beratung, die die Aussagen der Wärmeplanung bis auf die Quartiers- und Gebäudeebene verständlich vermittelt.
Wichtige Herausforderungen in Bremen sind:
• Die Fernwärmeanbieter gehen auch in den Wärmenetzausbaugebieten nicht von einer flächenhaften Versorgung aller Gebäude aus und in vielen grundsätzlich geeigneten Prüfgebieten bewerten sie den Netzausbau als nicht rentabel.Für kleinere Wohngebäude in diesen Gebieten ist damit in vielen Fällen weiterhin offen, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann. Gleichzeitig sind die Annahmen für den Einsatz von Wärmepumpen in der Wärmeplanung mit Blick auf Schall und Platzverhältnisse sehr pauschal und können für einen Teil der Gebäude unrealistisch sein. Bremen sollte deshalb die Bildung einer kommunalen Wärmegesellschaft prüfen.
• Eine wesentliche klima- wie sozialpolitische Herausforderung stellen die Worst-Performing Buildings dar, deren Anzahl, Verteilung, Eigentümer- und Bewohnerstruktur in den Grundlagen der Bremer Wärmeplanung nur bedingt erkennbar sind.
• Die Bremer Wärmepolitik steht vor der Herausforderung, in Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen unter den Bedingungen der neuen Gesetzgebung (vor allem dem Gebäudemodernisierungsgesetz) schnell eine Strategie für eine verantwortungsvolle schrittweise Stilllegung des Gasnetzes in allen Gebieten mit eindeutigen zukunftsfähigen Wärmeversorgungsoptionen zu entwickeln und klar zu kommunizieren, um die negativen Folgen der Bundesgesetzgebung für den lokalen Klimaschutz zu begrenzen.
• Das bürgerschaftlich initiierte Projekt genossenschaftlicher Wärmeversorgung auf Basis oberflächennaher Erdwärme von ErdwärmeDich e.G. ist grundsätzlich realistisch. Das von der Stadt in der Wärmeplanung berücksichtigte und durch ein Förderprogramm für Pilotprojekte unterstütze Konzept kann ein Element sein, um für Gebäude in dichter bebauten Quartieren erneuerbare Wärmeversorgungslösungen anzubieten, wenn die Kosten sich tatsächlich als wirtschaftlich erweisen. Erforderlich ist jedoch auch eine konsequentere Förderung durch die Bündelung von Zuständigkeiten und weitere Formen der Unterstützung.
• Unsere Bürgerbefragung zeigt: viele Bremer Hausbesitzer:innen kennen die Aussagen der Wärmeplanung für ihr Gebäude nicht und sind sich über die Eignung neuer Formen der Wärmeversorgung sehr unsicher. Gleichzeitig wird von vielen die Notwendigkeit des Klimaschutzes gesehen. Hier zeigt sich ein deutlicher Bedarf für eine zielgruppengerechte Kommunikation und Beratung, die die Aussagen der Wärmeplanung bis auf die Quartiers- und Gebäudeebene verständlich vermittelt.
Schlagwörter
wärmewende
;
Kommunale Wärmeplanung
;
Klimaneutralität Bremen
;
Anergienetze
;
Gebäudesanierung
Institution
Dokumenttyp
Buch
Band
0024
Zweitveröffentlichung
Nein
Sprache
Deutsch
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Name
GLOKAL Nr. 24_ Osthorst Rinner 2026 Zum Status der Bremer Wärmepolitik. Policy Paper (1).pdf
Size
1.36 MB
Format
Adobe PDF
Checksum
(MD5):b0c1585cc12cebbf948b3ac8835879cf
