Autorschaft in der digitalen Literatur
Date Issued
2006-02
Author(s)
Tuschling, Jeanine
Abstract
Wie verändert die Digitalisierung unser Verhältnis zum Schreiben und Lesen von
literarischen Texten? Revolutioniert die technologische Entwicklung das Verhältnis von
Lesenden und Schreibenden? Im Hypertext navigiert der Leser auf selbst gewählten
Pfaden durch die Texte und in Schreibforen verfasst die Netzgemeinschaft gemeinsame
Geschichten. Für einige Medienwissenschaftler ist damit das Zeitalter des autorfreien
Textes eingeläutet, realisieren sich poststrukturalistische Forderungen nach einer
Lektüre ohne die vermeintliche Begrenzung des Sinns durch die Intention eines Autors.
Nahezu zeitgleich findet dagegen in der Literaturwissenschaft eine Diskussion
darüber statt, inwieweit die Überarbeitung verschiedener konkurrierender
Autorschaftskonzepte für die interpretatorische Argumentation und die philologische
Theorie von Nutzen sein könnte. Die Bedeutung von Autorschaftskonzepten für die
medienwissenschaftliche Theoriebildung und die Einschätzung der literarischen
Entwicklung im Internet wird anhand von Beispielinterpretationen reflektiert.
Was haben sich die beiden so gegensätzlichen Debatten zu sagen? Welche Antworten
geben sie auf die Frage, warum sowohl bei der Lektüre der digitalen Texte als auch in
der germanistischen Interpretationspraxis auf der Suche nach Bedeutung immer wieder
auf den Verfasser verwiesen wird, selbst dort, wo dies vordergründig gar nicht gewollt
ist? Auch im Betrieb der noch so jungen Szene der Computerliteratur erscheint der
Autor als Wiedergänger und vermag dabei Einiges über die Funktion von Literatur in
der Gegenwart zu verraten.
literarischen Texten? Revolutioniert die technologische Entwicklung das Verhältnis von
Lesenden und Schreibenden? Im Hypertext navigiert der Leser auf selbst gewählten
Pfaden durch die Texte und in Schreibforen verfasst die Netzgemeinschaft gemeinsame
Geschichten. Für einige Medienwissenschaftler ist damit das Zeitalter des autorfreien
Textes eingeläutet, realisieren sich poststrukturalistische Forderungen nach einer
Lektüre ohne die vermeintliche Begrenzung des Sinns durch die Intention eines Autors.
Nahezu zeitgleich findet dagegen in der Literaturwissenschaft eine Diskussion
darüber statt, inwieweit die Überarbeitung verschiedener konkurrierender
Autorschaftskonzepte für die interpretatorische Argumentation und die philologische
Theorie von Nutzen sein könnte. Die Bedeutung von Autorschaftskonzepten für die
medienwissenschaftliche Theoriebildung und die Einschätzung der literarischen
Entwicklung im Internet wird anhand von Beispielinterpretationen reflektiert.
Was haben sich die beiden so gegensätzlichen Debatten zu sagen? Welche Antworten
geben sie auf die Frage, warum sowohl bei der Lektüre der digitalen Texte als auch in
der germanistischen Interpretationspraxis auf der Suche nach Bedeutung immer wieder
auf den Verfasser verwiesen wird, selbst dort, wo dies vordergründig gar nicht gewollt
ist? Auch im Betrieb der noch so jungen Szene der Computerliteratur erscheint der
Autor als Wiedergänger und vermag dabei Einiges über die Funktion von Literatur in
der Gegenwart zu verraten.
Subjects
Literaturtheorie
Institution
Type
report
Band
KWD 19
Secondary publication
No
License
Alle Rechte vorbehalten
Language
German
File(s)![Thumbnail Image]()
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Name
Autorschaft in der digitalen Literatur.pdf
Size
64.03 MB
Format
Adobe PDF
Checksum
(MD5):c45f8f6e42c6fb90c2826c9184913728
