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  4. Identität und Staatszerfall: Die stockende Staatsbildung in Syrien seit der Unabhängigkeit 1946
 
Zitierlink DOI
10.26092/elib/5540

Identität und Staatszerfall: Die stockende Staatsbildung in Syrien seit der Unabhängigkeit 1946

Veröffentlichungsdatum
2025-10-17
Autoren
Esper, Majd
Betreuer
Prof. Dr. Silke Bothfeld und Sandra Bode-Köpp
Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit analysiert die stockende Staatsbildung Syriens seit der Unabhängigkeit im Jahr 1946 und untersucht den Zusammenhang zwischen kollektiver Identität, territorialer Konstruktion und staatlicher Fragilität.
Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwiefern das Fehlen einer inklusiven nationalen Identität sowie die historisch bedingte territoriale Fragmentierung zur politischen Instabilität und zum schrittweisen Zerfall staatlicher Strukturen beigetragen haben. Dabei verbindet die Arbeit theoretische Konzepte der Nationen- und Staatsbildung mit einer historischen Analyse der syrischen Entwicklung.
Besondere Berücksichtigung findet die Entstehung Syriens als territoriale Einheit im Kontext des Sykes-Picot-Abkommen und der französischen Mandatsherrschaft. Die koloniale Grenzziehung bedeutete nicht nur die Schaffung eines neuen Staates, sondern zugleich die Zerschlagung des historischen Raums von „Bilad al-Sham“ (Großsyrien). Der Verlust dieser als zusammengehörig wahrgenommenen Region beeinflusste nachhaltig die Identitätsbildung.
An die Stelle eines umfassenden großsyrischen Bezugsrahmens traten konkurrierende Identitätsangebote: supranationale Orientierungen wie der Panarabismus und / oder pan-Syrianism sowie subnationale Loyalitäten entlang konfessioneller, ethnischer und regionaler Linien. Die fehlende Deckungsgleichheit zwischen historischem Raum, politischem Territorium und kollektiver Selbstwahrnehmung begünstigte damit die Herausbildung von Supra- und Subidentitäten, die den syrischen Territorialstaat ideologisch überlagerten und seine Integrationskraft schwächten.
Unter Rückgriff auf konstruktivistische Identitätstheorien – insbesondere die Vorstellung der Nation als „imagined political community“ nach Benedict Anderson – wird gezeigt, dass nationale Identität kein naturgegebener Zustand ist, sondern ein politisch konstruierter Prozess.
Die Untersuchung zeichnet die Entwicklung Syriens von der osmanischen und französischen Herrschaft über panarabische Einheitsprojekte bis zur Konsolidierung autoritärer Herrschaft unter Hafiz al-Assad und Baschar al-Assad nach.
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Zusammenspiel von territorialer Konstruktion, konfessioneller Vielfalt und panarabischer Ideologie. Die Arbeit argumentiert, dass nicht nur die politische Instrumentalisierung ethnischer und religiöser Unterschiede, sondern auch die historisch „künstliche“ Staatsbildung und geografische Fragmentierung Syriens die Integrationsfähigkeit des Staates nachhaltig schwächten.
Abschließend wird deutlich, dass ohne die Herausbildung einer inklusiven nationalen Identität und eine stabile territoriale Verankerung zukünftige Staatsbildungsprojekte in Syrien weiterhin strukturellen Instabilitäten ausgesetzt bleiben.
Schlagwörter
Syrien

; 

Assad-Regime

; 

Baath-Partei

; 

kollektive Identität

; 

nationale Identität

; 

Staatsbildung

; 

Nationenbildung

; 

fragile Staatlichkeit

; 

Failed State

; 

ethnische und konfessionelle Fragmentierung
Institution
Hochschule Bremen  
Fachbereich
Internationaler Studiengang Politikmanagement  
Institute
Hochschule Bremen - Fakultät 3: Gesellschaftswissenschaften  
Dokumenttyp
Text::Abschlussarbeit::Abschlussarbeit (Bachelor)
Lizenz
https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Sprache
Deutsch
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Name

Identität und Staatszerfall Die stockende Staatsbildung in Syrien seit der Unabhängigkeit 1946_Majd Esper.pdf

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