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10.26092/elib/6141

Evidenzbasierter Leitfaden zur logopädischen Differenzialdiagnostik von Aussprachestörungen bei mehrsprachigen Kindern: Ein sprachenübergreifender Ansatz

Date Issued
2026-06-01
Author(s)
Scharff Rethfeldt, Wiebke
Hochschule Bremen
Abstract
Logopädische Differenzialdiagnostik von Aussprachestörungen bei mehrsprachigen Kindern (MK) stellt Fachpersonen angesichts zunehmender sprachlicher Diversität vor erhebliche Herausforderungen. Der Einsatz monolingual normierter Testverfahren birgt dabei das Risiko systematischer Fehldiagnosen, da mehrsprachige Erwerbsverläufe sowie sprachenübergreifende Interaktionen phonologischer Systeme bislang unzureichend berücksichtigt werden. Vor diesem Hintergrund verfolgt der vorliegende Beitrag das Ziel, zentrale evidenzbasierte Prinzipien einer sprachenübergreifenden und kultursensiblen Aussprachediagnostik bei MK darzustellen und daraus praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die logopädische Diagnostik abzuleiten.
Ausgehend vom Logopädischen Modell der Einflussfaktoren des Mehrspracherwerbs (Lo-MEM) sowie den Prinzipien des Induktiven Reasoning wird ein hypothesengeleiteter diagnostischer Leitfaden vorgestellt, der die klinische Urteilsbildung in der Differenzialdiagnostik zwischen sprachtypischen Transferphänomenen, Akzentmerkmalen und therapierelevanten Aussprachestörungen unterstützt. Im Fokus stehen dabei die Bedeutung sprachenübergreifender Lautsysteme sowie der Einfluss von Sprachexposition, Sprachdominanz, Sprachenkombination und cross-linguistic influence (CLI). Darüber hinaus werden die Grenzen monolingualer Altersnormen im Kontext des Mehrspracherwerbs diskutiert.
Beschrieben werden zentrale diagnostische Schritte wie die kultursensible Sprachbiografie und Anamnese, die Analyse sprachenübergreifender Lautinventare, die Erhebung von Sprachproben sowie die Beurteilung von Verständlichkeit, Teilhabe, Stimulierbarkeit und auditiver Wahrnehmung. Der Beitrag plädiert für eine Abkehr von monolingual normorientierten Diagnoseansätzen zugunsten einer personenzentrierten, sprachübergreifenden und evidenzbasierten Diagnostik, die der Heterogenität mehrsprachiger Erwerbsbedingungen gerecht wird und zur Reduktion von Fehldiagnosen beitragen kann.
Subjects
Mehrsprachigkeit

; 

multilingualism

; 

Aussprachestörungen

; 

speech sound disorders

; 

Diagnostik

; 

assessment

; 

bilingual

; 

HUMANITIES and RELIGION::Languages and linguistics::Linguistic subjects::Bilingualism

; 

transfer

; 

Fehldiagnose

; 

misdiagnosis

; 

Sprachtherapie

; 

Sprachförderung

; 

Inklusive Pädagogik
Institution
Hochschule Bremen
Type
conference output
Secondary publication
No
License
https://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/4.0/
Language
German
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2026_Scharff Rethfeldt_Leitfaden Differenzialdiagnostik Aussprachestörungen bei mehrsprachigen Kindern.pdf

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