Peters, Sascha
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Item type:Publication, Zur Funktionslogik und Bedeutung von Verschwörungstheorien. Ein praxisorientierter Theorietransfer der Annahmen ausgewählter Bezugsdisziplinen auf die Soziale Arbeit(2019-12-12); Gegenstand der Arbeit sind die Funktionslogik von Verschwörungstheorien und ihre Bedeutung für die Gesellschaft. Dazu werden der Arbeit aktuelle Diskussionen ausgewählter Bezugswissenschaften der Sozialen Arbeit aufgegriffen. Durch eine theoretische Rahmung und Analyse werden daraus Folgerungen für die Praxis Sozialer Arbeit entwickelt. Verschwörungstheorien transformieren sozialräumlich Erlebtes in Erzählungen, welche eine intersubjektive Thematisierung in Teilöffentlichkeiten ähnlich Betroffener ermöglichen. Dadurch erzeugen sie Kollektive. Grundsätzliches Thema von Verschwörungstheorien sind Entfremdungserfahrungen, welche auf Prozesse im Feld von Macht und Herrschaft verweisen. Es wird dargestellt, dass Verschwörungstheorien als populäre Religion funktionieren und Orientierung, Sinn und Legitimation anbieten. Dafür bedienen sie sich eines manichäistischen Weltbildes, des Guten und Bösen, und kombinieren es mit einem hyperrationalen Menschenbild, einer Negation allen Zufalls und Ausschluss des Unfalls. Verschwörungstheorien basieren dabei auf den psychischen Prozessen mit denen alle Menschen ihr Alltagswissen generieren. Im Gegensatz zu modernen Weltreligionen, die sich für das Gute einsetzen und dadurch beispielsweise zu Nächstenliebe auffordern, stellen Verschwörungstheorien sich gegen das Böse und legitimieren potenziell auch Handlungen, die Einzelne und Gesellschaft schädigen können. Grundsätzlich sind weder Verschwörungstheorien noch Verschwörungsdenkende eine Bedrohung für die Gesellschaft. Es muss für jeden Einzelfall differenziert werden, ob Verschwörungstheorien selbst- und fremdgefährdendes Handeln legitimieren sollen oder lediglich ein Sinndefizit ausfüllen. Verschwörungstheorien artikulieren narrativ eine Unzufriedenheit mit Aspekten der herrschenden Machtverhältnisse und verlangen in postdemokratischen Verhältnissen eine Rückkehr zu mehr demokratischen Prozessen und gesellschaftlicher Partizipation. Verschwörungstheorien in demokratischen Gesellschaften lassen sich als Erklingen gesellschaftlicher Alarmglocken verstehen und haben etwas potenziell Produktives. Die Forderung nach mehr Demokratie aktiviert politische Aufgaben der Sozialen Arbeit, da ihre Aufgaben auch politische Bildung und Gemeinwesenarbeit sind. Es wird dargestellt, dass Verschwörungstheorien als Gegenstand Sozialer Arbeit aufgrund ihrer askriptiven und defizitären gesellschaftlichen Wahrnehmung eine kritische Betrachtung des Auftrags erfordern. Für die Arbeit mit Einzelnen wird ein Konzept adaptiert, womit Klient*in und Sozialarbeiter*in die im Narrativ verdeckten Ursachen erzählerisch erkunden und dadurch wieder in die Lebenswelt einbetten, um dort legitime Bewältigungsmöglichkeiten zu finden. Verschwörungstheorien können nur entweder subjektbezogen mit Klient*innen bearbeitet werden oder die Soziale Arbeit mittels ihrer Ursachen zu zielgruppenübergreifenden Angeboten auffordern.bachelor thesis433 1079 - Some of the metrics are blocked by yourconsent settings
Item type:Publication, Biografie als Disposition für Wissen, Können und Haltung. Eine analytische Darstellung autobiografischer Elemente als Chance und Herausforderung für die Entwicklung des professionellen Habitus von Sozialarbeiter:innen(2022-07-05); In der Arbeit wird Biografie als Ebene subjektiver Wirklichkeit beschrieben, auf welcher das Person-in-Umwelt-Verhältnis narrativ und sinngebend bewältigt und dadurch Handlungsfähigkeit unter spätmodernen Bedingungen hergestellt wird. Die Biografie wird als die Grundlage dargestellt, im Jetzt eine strukturell nur begrenzt gestaltbare Zukunft als eine planbare Zukunft imaginieren zu können. In der Biografie werden hierzu gesellschaftliche Grenzen, kollektive Orientierungen und Sachzwänge derart verinnerlicht, dass diese mittels Sinnzuschreibungen oder Ideologisierung als eigene Entscheidungen und Ziele kommuniziert werden können. In Arbeitsbündnissen der Sozialen Arbeit wechselwirken in solcher Weise beschaffene Bio-grafien der Beteiligten auch durch deren Habitus. Dadurch wirkt das Biografische der Professionellen latent in die Arbeitsbündnisse. Es wird aufgezeigt, inwiefern der Habitus die Professionalisierung begrenzt, jedoch auch zur Ressource transformiert werden kann. Auch professionelles Handeln muss deshalb zunächst habitualisiert werden. In Anlehnung an Fritz Schütze und insbesondere Hiltrud von Spiegel werden Professionalität und Professionalisierungsprozesse in der Sozialen Arbeit analytisch betrachtet. Dabei wird die Frage verfolgt, inwiefern ein Hochschulstudium diese einleiten und begleiten kann. Es werden anhand drei biografisch-narrativer Interviews die Biografien von Bachelorstudierenden der Sozialen Arbeit als Fallstudien aufbereitet. Es wird daran gezeigt, welche biografischen Dispositionen diese Studierenden mit ins Studium gebracht haben und inwiefern sie diese bisher in Ressourcen transformieren und einen professionellen Habitus entwickeln konnten.master thesis621 642
